Grundversorger vs. Ökostrom-Anbieter: Der große Vergleich 2026
Rund ein Viertel der deutschen Haushalte bezieht Strom noch über den örtlichen Grundversorger – oft zu Preisen, die spürbar über denen alternativer Anbieter liegen. Wir zeigen, worin sich Grundversorgung und Ökostrom-Tarife 2026 wirklich unterscheiden und wann sich ein Wechsel lohnt.
Was ist die Grundversorgung?
Die Grundversorgung ist gesetzlich in § 36 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) geregelt. In jedem Netzgebiet gibt es einen Grundversorger – meist das örtliche Stadtwerk oder ein regionaler Versorger, der die meisten Haushaltskunden im Gebiet beliefert. Wer nie aktiv einen Stromvertrag abgeschlossen hat, wird automatisch in diesem Tarif versorgt. Der große Vorteil: Sie sind immer versorgt, auch wenn ein anderer Anbieter ausfällt. Der Nachteil: Grundversorgungstarife gehören häufig zu den teuersten am Markt, weil sie besonders kurzfristig verfügbar sind und geringe Kundenbindung voraussetzen.
Was leisten Ökostrom-Anbieter?
Ökostrom-Anbieter liefern Strom, dessen Herkunft aus erneuerbaren Energien durch Herkunftsnachweise des Umweltbundesamtes belegt wird. Seriöse Angebote gehen darüber hinaus und investieren nachweislich in neue Anlagen – erkennbar an Labeln wie dem „Grüner Strom“-Label oder „ok-power“. Anders als der pauschale Grundversorgungstarif bieten viele dieser Anbieter jährliche Laufzeiten mit Preisgarantie und teils günstigere Arbeitspreise. Wichtig ist, zwischen echtem Ausbau-Ökostrom und rein zertifiziertem Strom aus bestehenden Wasserkraftwerken zu unterscheiden, denn beide dürfen sich „Ökostrom“ nennen.
Preise im direkten Vergleich
Ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt verbraucht rund 3.500 kWh Strom pro Jahr. In der Grundversorgung liegt der Arbeitspreis 2026 vielerorts bei etwa 38 bis 42 Cent pro kWh, während wechselbereite Kunden bei alternativen Ökostrom-Anbietern häufig Tarife zwischen 28 und 34 Cent pro kWh finden. Über das Jahr gerechnet ergibt das je nach Region eine Differenz von rund 200 bis 400 Euro. Hinzu kommt: Neukundentarife enthalten oft eine Preisgarantie für 12 Monate, die vor kurzfristigen Erhöhungen schützt. Der Grundpreis fällt bei beiden Modellen ähnlich aus und bewegt sich meist zwischen 120 und 180 Euro jährlich.
Vertragsbedingungen und Sicherheit
In der Grundversorgung gilt eine gesetzliche Kündigungsfrist von zwei Wochen – Sie sind also maximal flexibel. Preiserhöhungen müssen mit sechs Wochen Vorlauf angekündigt werden und geben Ihnen ein Sonderkündigungsrecht. Alternative Anbieter setzen häufig auf Laufzeiten von 12 Monaten mit Preisgarantie, was in Zeiten schwankender Großhandelspreise ein Vorteil sein kann. Wichtig für die Sicherheit: Auch wenn ein Discount-Anbieter insolvent wird, bleiben Sie nie ohne Strom – Sie fallen automatisch in die Ersatzversorgung des Grundversorgers zurück. Ein Wechsel ist damit weniger riskant, als viele Verbraucher befürchten.
Für wen lohnt sich welcher Tarif?
Die Grundversorgung ist sinnvoll als kurzfristige Überbrückung, etwa direkt nach einem Umzug, oder wenn Sie maximale Flexibilität mit zweiwöchiger Kündigungsfrist benötigen. Für alle anderen Haushalte lohnt sich in der Regel der Wechsel zu einem alternativen Anbieter, da die Ersparnis den geringen Aufwand fast immer übersteigt. Wer zusätzlich Wert auf Nachhaltigkeit legt, findet bei zertifizierten Ökostrom-Anbietern häufig sogar günstigere Konditionen als beim Grundversorger. Entscheidend ist ein regelmäßiger Vergleich, denn Tarife und Preise ändern sich mehrmals im Jahr.
Fazit
Die Grundversorgung bietet Sicherheit und Flexibilität, ist aber selten die günstigste Wahl. Wer aktiv vergleicht, kann bei einem durchschnittlichen Haushalt oft mehrere Hundert Euro pro Jahr sparen – und mit einem seriösen Ökostrom-Tarif zugleich den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen. Prüfen Sie am besten heute noch Ihre Optionen mit dem Volt-Gas Tarifrechner und finden Sie den passenden Tarif für Ihren Verbrauch.