Die Grundrechnung: Akkugröße × Strompreis
Die Kosten einer Vollladung sind simple Mathematik: Akkukapazität in kWh × Arbeitspreis pro kWh. Ein Kompakt-SUV mit 60-kWh-Akku kostet bei 30 ct/kWh rund 18 € pro Vollladung, ein Kleinwagen mit 40-kWh-Akku etwa 12 €. Dazu kommen Ladeverluste von typischerweise 10–15 % — an der heimischen Wallbox weniger als an der Steckdose. Realistisch rechnen Sie also mit etwa 10–15 % Aufschlag auf den reinen Akku-Wert.
Was kosten 10.000 km im Jahr?
Moderne E-Autos verbrauchen je nach Größe und Fahrprofil 15–20 kWh pro 100 km (inklusive Ladeverluste eher 18–22 kWh). Bei 10.000 km Jahresfahrleistung sind das rund 1.800–2.200 kWh zusätzlicher Stromverbrauch. In der Grundversorgung mit etwa 30 ct/kWh kostet das ca. 540–660 € im Jahr. Zum Vergleich: Ein sparsamer Benziner (6 l/100 km bei 1,80 €/l) kommt auf etwa 1.080 € — zuhause laden halbiert die „Tankkosten" also ungefähr.
Zuhause vs. öffentliche Ladesäule
An öffentlichen AC-Ladesäulen zahlen Sie je nach Anbieter meist 45–60 ct/kWh, an Schnellladern (DC) oft 60–80 ct/kWh. Dieselbe 60-kWh-Ladung, die zuhause 18 € kostet, kostet am Schnelllader also 36–48 € — das Doppelte bis Dreifache. Wer überwiegend zuhause lädt, spart gegenüber dem reinen Laternenladen schnell 500–900 € pro Jahr. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf den heimischen Stromtarif so sehr.
Der Hebel: Ihr Arbeitspreis
Mit dem E-Auto steigt Ihr Jahresverbrauch von z. B. 3.500 auf 5.500 kWh oder mehr — jeder Cent Unterschied beim Arbeitspreis wirkt jetzt fast doppelt so stark. Beispiel: 4 ct/kWh Unterschied (30 statt 26 ct) sind bei 5.500 kWh bereits 220 € im Jahr. Wer noch im Grundversorgungstarif steckt, verschenkt mit E-Auto entsprechend mehr als ein Haushalt ohne. Prüfen Sie Ihren Tarif deshalb spätestens mit der Anschaffung des Autos: Tarifvergleich für E-Auto-Fahrer starten.
Spartipps für das Laden zuhause
1. Nachts bzw. nach Plan laden: Dynamische Tarife mit Börsenpreisen belohnen das Laden in günstigen Stunden — für planbare Vielfahrer interessant. 2. Wallbox statt Steckdose: geringere Ladeverluste und schonender für die Hausinstallation. 3. PV-Überschuss nutzen: Wer eine Photovoltaikanlage hat, lädt mittags fast zum Nulltarif. 4. Verbrauch realistisch angeben: Beim Tarifvergleich den Gesamtverbrauch inklusive Auto ansetzen (Faustregel: +18–20 kWh je 100 km Jahresfahrleistung), sonst stimmen Bonus- und Preisstaffeln nicht.
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